Irish Terrier Zucht 1921 bis zum 2. Weltkrieg 

 

Im Jahre 1921 verstarben kurz nacheinander die Herren Bauermeister und Geheimrat Venator. Die Zwinger wurden in der Folgezeit aufgelöst. Gleichzeitig begann sich das allgemeine Interesse für die Rasse wieder zu heben, welches durch die starke Präsens der Großzwinger (Bauermeister/Venator) und der Kriegsjahre stark gesunken waren.

 

Dies führte in der Zeit vor 1921 sogar soweit, dass die Zuchtbuch-Eintragungen der Irish Terrier bedeutend hinter denen der Schottisch-Terrier-Zuchtbucheintragungen zurück gefallen sind.

Der frühere Obmann der Rasse (heute Rassebeauftragter), der damals leider viel zu früh verstorbene Vorsitzende der Ortsgruppe Mannheim, Karl Rick, unternahm große Anstrengungen um das Interesse für die Rasse der Irish Terrier neu zu beleben.

Langsam, aber mit stets wachsendem Erfolg, gewann er neue Anhänger für die Rasse. Er wusste da und dort, den einen  oder anderen Züchter davon zu überzeugen, Junghunde zu besonders günstigen Konditionen oder gar kostenlos an solche Mitglieder abzugeben, die der Rasse zwar aufrichtig zugetan waren, aber unter dem Druck der Verhältnisse, nicht in der Lage waren, sich wertvolle (Zucht)Tiere anzuschaffen.

Was aber die Zucht damals am meisten beeinträchtigte, war das Fehlen wirklich erstklassiger Zuchtrüden. Die Importe solcher Rüden war in den ersten Nachkriegsjahren mit den vorhandenen Mitteln für eingewöhnlich Sterblichen unmöglich.

Zum Schluss des Jahres 1923 trat ein Wechsel ein. Von allen Seiten bekundete man das Interesse, Opfer zu bringen, damit die Rasse wieder zu ihrem früherem Glanze, nach der Jahrhundertwende zu bringen.

Der neu gewählte Obmann der Rasse, Herr Heinrich Käuffer aus Bonn hatte einen guten Rüden aus England eingeführt. Weitere Importe folgten.

Es war in dieser Zeit nicht ganz einfach, gute Irish Terrier in England zu erwerben. Nicht nur in Deutschland wurden nun die Irish immer größer, sondern auch in England, sie waren größer als sie es nach dem Rasse-Standard sein sollten. Hinzu kam, das die Zahl der Irish Terrier auch in ihrem Uursprungsland ganz gewaltig zurückgegangen ist. Dies erschwerte natürlich die Suche nach einem korrekt gebauten Vertreter der Rasse, der vor allem das Größenmaß nicht überschritt.

 

 

Alle in England neu geschaffenen Terrier Rassen, haben dafür gesorgt, das der Irish Terrier ins Hintertreffen kam. So ohne weiteres kann man dies, auch heute nicht verstehen, da doch gerade der Irish ein so überaus schöner und in seinem Wesen gefälliger und ansprechender Hund ist. 

Hinzu kam, das eine Rasse die auf Verbreitung baut, bekannt gemacht werden muss.

Sie muss von sich reden machen. Aber die einzige Gelegenheit weitere Kreise von Hundeliebhabern mit einer Rasse bekannt zu machen, sind die Hundeausstellungen.

Es musste damals ebenso wie heute, den Irish Terrier Leuten ins Gewissen geredet werden, das die Rasse überall gezeigt werden muß, wenn sie sich ausbreiten soll.  

Aber damals wie auch heute, predigte man oft vor tauben Ohren. 

Nur in einigen wenigen Zuchtzentren, Hamburg, Berlin, Dessau..., wurden Irish Terrier in einigermaßen achtungsgebietenden Zahlen gezeigt.

Ansonsten blieben, die nicht überwältigen Meldezahlen auf Kartell-Jahresausstellungen (heute VDH-Bundessieger-Schau). 

Im Westen von Deutschland kam es sogar vor, dass auf den dortigen Ausstellungen nur vereinzelt Irish Terrier gezeigt wurden. Man befürchtete damals wohl zu Recht, das sich die schwache Präsenz der Züchter auf den Schauen, rächen wird, und der Irish bald überhaupt keinen Absatz mehr finden wird. 

Im Jahre 1929 hat Louis Klett aus Wiesbaden mit Croxteth Jim, einen hervorragenden Rüden eingeführt.

So wurde zum Beispiel von Baroness Beeß aus Unter-Oberndorf,  aus Niedröstereich (Österreich wurde damals mit in Zuchtbuch aufgeführt), der erstklassige Rüde Hiberian Jingo eingeführt (nach Österreich).

Das Jahr 1931 kann auch heute noch als einen Wendepunkt ansehen.Aus England wurde eine Reihe hochwertiger Irish Terrier eingeführt.

Baroness Beeß baute damals wohl darauf, das sein  (ihr angetragenes) hervorragendes Erbgut, ihr dabei helfen würde, das Erbe von Frau Justy Feilecker (später Zitzmann) anzutreten. Frau Zitzmann galt als eine der besten Züchter der Rasse. Was sie auf unzähligen Ausstellungen unter Beweis stellte. Ihre damaligen Erfolge sprechen für sich.

Es wurde aber weitere Irish Terrier aus dem Hiberian Zwinger importiert, so zum Beispiel von Ruth Leidhoff vom Rittergut Pöthen bei Gommern aus dem Bezirk Magdeburg. Sie endeckte eine erstklassige Hündin, die bereits von einem erstklassigem engländischen Rüden gedeckt war, und führte sie nach Deutschland ein.

Weiter wurde im Jahr 1931 von Herrn Günther Sponer aus Dessau, Hulcote Hasty -ein hervorragender Rüde-, eingeführt.

Herr Kircher aus Königsberg brachte mit Lord Knockout, einen Rüden herüber, der in Berlin auf der Jahres Kartell-Ausstellungen (heute VDH-Bundessieger), mit V den 5ten Platz der BIS ( best in show) erreichte. Ein hervorragendes Ergebnis für einen Irish Terrier, nicht nur damals.

Frau Timmermanns aus Wassernaar, Holland besaß mit ihren Irish Terriern, Picks-Boy und Hulcote Handmaid, erstklassige Vertreter der Rasse. Sie errangen stets auf allen Ausstellungen ein V.

Weiterhin sind folgende Zwinger und Züchter zu nennen, die sich schon damlas sehr für die Rasse einsetzten.

    • Herr Rötzheim aus Bonn - Zwinger von Verona
    • Frl. Käthe Kaiser aus Hamburg - Zwinger vom Holstentor
    • Herr Albert Gruhle aus Hamburg  - Zwinger Hansa
    • Dr. Lindberg aus Hamburg - Zwinger Devil

Als neuere Züchter zur damaligen Zeit sollten die folgenden nciht ungenannt bleiben

    • Frau von Maasow aus Köonigsberg
    • Herr E. Ihring aus Nürnberg
    • Herr Apotheker Welcker aus Lollar

Sie alle, sorgten hauptsächlich dafür, Ausstellungszentren für die Rasse der Irish Terrier zu schaffen. Ihr Verdienst war es, das die damals am Boden liegen deutsche Irish Tterrier Zucht, wieder zum leben erwachte. Alle deutschen Irish Terrier Züchter schauten damals, nach der langen Durstrecke durch den 1ten Weltkrieg wieder hoffnungsvoll in die Irish Terrier Zukunft.

Als gemeinsames Ziel haben sie sich zum Ziel gesetzt, mehr auf den Aausstellungen vertreten zu sein um damit ein positives Signal für das Interesse an dem Irish Terrier zu setzen. Und vor allem wollten sie nicht weiter hinter den "neu geschaffenen Terrierrassen ", die nun Jahr für Jahr hinzukamen, zurückfallen.

Die "neugeschaffenen Terrierrassen" zur damaligen Zeit

    • weiße Hochläufer ( West Highland Terrier) - sie bekamen ab 1925 eigene Zuchtbuchnummern. Bisher wurden die vereinzelten Terrier unter den schottischen Terriern geführt
    • Sealyham Terrier - wurden ab 1924 in Deutschland bekannt und ab 1925 im Zuchtbuch geführt
    • Welsh Terrier - war bis 1930 nahezu unbekannt, nur 1 schweizer Rüde tauchte ab und an als sensation auf den Ausstellungen auf. Nun endstanden Zuchtzentren in Augsburg und Halle. Danach in Königsberg.
    • Cairn Terrier - waren in einzelnen Exemplaren schon vorhanden, aber höchst selten auf Ausstellungen. Ab 1930 wurde das Zuchtbuch eröffnet.
    • Skye Terrier - waren vor 20 Jahren schon einmal dem Club untergeordnet. Sie wurden aber wegen völliger Teilnahmslosigkeit wieder aufgeben. Erst 1929 wurde das Zuchtbuch wieder für die Rasse eröffnet.

Nicht nur die neueingeführte Hundesteuer, sondern auch die vermehrte Haltung Mietwohnungen, sowie die geringeren Kosten bei der Ernährung, führten zu einer Zunahme bei den kleineren Rassen. Diese Steigerung bei den kleineren Rassen ging meist zu Lasten der Airedal Terrier, vereinzelnt auch zu Lasten bei den Irish Terriern.

"Die beste Propaganda besteht darin, dass unsere Rassehunde dem Laienpublikum gezeigt wird. eine Rasse, die nicht in einigermaßen achtungsgebietener Zahl auf den ausstellungen gezeigt wird, wirkt nicht. das Laienpublikum weiß gar nichts von diesen Rassen und kann bei einem beabsichtigten Kauf eines Hundes, eine solche Rasse gar nicht in Erwägung ziehen. Wer für seine Leibrasse werben will und das heißt Liebhaber, Käufer also Absatz für die eigenen Zuchtprodukte zu schaffen, der muß auch das Opfer auf sich nehmen, seine Hunde auf passend gelegenen Ausstellungen zu zeigen; diese Werbekosten machen sich für die Aussteller bezahlt und werben für die Rasse und für den Klub"

Zitat aus dem Buch "Der rauhhaarige Terrier" von L.F. Diefenbach

Auch das obenaugeführte Zitat, könnte man heute noch so stehen lassen.

Er redete damals nicht nur den Irish Terriern ins Gewissen, sondern allen Rasse-Hunde-Züchtern, der damaligen Zeit.

Gemeinsam haben also daraufhin die Irish Terrier Züchter sich zusammengetan, sind vermehrt auf den Ausstellungen erschienen und haben so auf sich und den Irish Terrier aufmerksam gemacht. Und durch die erfolgten Importe sah man der nun folgenden Zeit sehr hoffnungsvoll entgegen.

Aus der nachfolgenden Tabelle kann man die steigerung der Eintragungen sehr gut ablesen

Jahrgang

Eintragungen
ins Zuchtbuch

1922 192
1923 131
1925 294
1926 96
1927 74
1928 100
1929 114
1930 83
1931 171

In diesen Zahlen sind die Importe enthalten. außerdem muß beachtet werden, dass nicht immer alle Welpen eines Wurfes, in das Zuchtbuch eingetragen wurden. Oft nur die Tiere, mit denen weitergezüchtet werden sollte. Man kann davon ausgehen, das weit mehr Welpen und Würfe gefallen sind.Das Jahr 1924 ähnelt bei den Eintragungen dem heutigen Stand der jährlichen Eintragungen.

Diese Steigerung ist nun auch vermehrt den aufgetretenen Kleinzüchtern zu verdanken, sowie der vermehrten Teilnahme an den Ausstellungen. Hinzu kommt noch, die durch die Importe vermehrte Varianz bei den deutschen Irish Terriern.

Irish Terrier vom Haseland - Susann & Helmut Gielians, 49586 Merzen, Osterodener Weg 1, Tel: 05466 926 126
 
Irish Terrier vom Haseland - Susann & Helmut Gielians, 49586 Merzen, Osterodener Weg 1, Tel: 05466 926 126