Tierarzt und BARF

Wie kommt es zu dieser Ablehnung?

 

Die Theorien darüber, weshalb die Mehrheit der Veterinäre BARF abzulehnen scheint, sind vielfältig.

  •  ob Tierärzte vielleicht mehr an den kranken Tieren verdienen
  • Schließlich würde Fertigfutter den Hund erst krank machen und somit den Weg für eine dauerhafte Behandlung ebnen.
  • oder von der Futtermittellobby geschmierte Marionetten seien, die sich an Spezialdiäten eine goldene Nase verdienten.
  • ....
Ich glaube dies erstmal so nicht, weil man doch Tierarzt geworden ist, um den Tieren zu helfen und nicht um Ihnen zu schaden. Aber warum dann ?

Nach meinem Kenntnissstand ist es eher so, daß das Thema Ernährung während des Studiums eine recht untergeordnete Rolle spielt.


Unlängst hat eine Umfrage unter Tierärzten ( R. Bergler; S. Wechsung; E. Kienzle, T. Hoff; B. Dobenecker (2016): Ernährungsberatung in der Kleintierpraxis – ein Arbeitsfeld für spezialisierte Tierärzte ergeben,:

  • dass sich 50 % der befragten Veterinäre nicht im Stande sähen, eine kompetente Ernährungsberatung durchzuführen,
  • 28 % wendeten sich bei Fragen zur Ernährung hilfesuchend an die Futtermittelindustrie,
  • 82 % hätten noch nie eine Fortbildung zum Thema Ernährung besucht (beraten also basierend auf den wenigen Vorlesungen zum Thema im Studium).
  • Und dass, obwohl 90 % der Befragten der Ansicht waren, fütterungsrelevante Fragen nähmen zu.


Ok, die Mehrheit der Tierärzte ist mit dem Thema schlicht und einfach gar nicht vertraut. Wenn man sich dann das komplette Arbeitfeld der Kleintierärzte anschaut, ist es nicht verwunderlich, schließlich werden in der Praxis ja nicht nur Hunde und Katzten betreut sondern alle Kleintiere.

Hinzu kommt das die Tierärzte Krankheiten aus den Bereichen Haut, Herz, Chirugie, Allergie, Geburt,  u.v.m.  nun auch bei der Ernährung auf den jeweiligem Stand der Technik und Kentnisse sein sollen/müssen. Es ist schlichtweg nicht möglich, ein Spezialist in allen Belangen zu sein.

Aber genau das verlagen wir von unseren Tierärtzten. Alle Fachrichtungen, alle Tierarten.

Selbstständlich gibt es auch bei den tierärzten den Halbgott in Weiß. Der alles kann alles weiß, keine aufgeklärten Hundehaltermögen und damit meinen automatisch ein Ernährungsspezialist zu sein, ganz ohne tiefergehende Kenntnisse.

Zitat: (http://mashanga-burhani.blogspot.de/2016/07/tierarzt-vs-neubarfer-krieg-der-welten.html

Was man auch nicht vergessen darf: Häufig ist es so, dass Tierärzte nur von Horrorgeschichten rund um BARF hören oder sie haben jene unglückseligen Fälle „gebarfer“ Hunde auf den Behandlungstischen, bei denen etwas schief gegangen ist und da kann man die Wut des Mediziners auch verstehen.

 

Man muss aber auch betonen, dass es sich bei diesen Fällen eher nicht um BARF handelt, sondern immer um abenteuerliche Futterzusammenstellungen á la „Hackfleisch aus dem Supermarkt und mehr nicht“ oder "Einmal im Monat gibt es die gesamte Knochenration auf einmal". Das hat aber mit BARF rein gar nichts zu tun. BARF berücksichtigt immer das Beutetierprinzip, sonst ist es kein BARF, sondern RF.


Und dann kommt eine Tatsache hinzu, die tatsächlich an mafiöse Strukturen erinnert, für die aber die Tierärzte auch nichts können:

Fortbildungen, die zum Thema Ernährung angeboten werden, sind fast immer Veranstaltungen der Futtermittelindustrie.

Die Logos großer Futtermittelhersteller zieren häufig die Unterlagen bei solchen Weiterbildungen.

Jeder Barfer weiß, dass diese nichts mit BARF am Hut haben.

Wie hoch ist also die Wahrscheinlichkeit, dass in den Veranstaltungen BARF befürwortend oder auch nur neutral beleuchtet wird…?

Und selbst wenn sich Seminare um Rohfütterung drehen, so wird im Grunde meist gar nicht BARF diskutiert, sondern meist Pseudo-BARF - nämlich kohlenhydratbasierte Rohfütterungsmethoden, die den Einsatz einer ganzen Reihe von Supplementen zu erfordern scheinen und nichts mit dem Beutetierprinzip gemein haben.

Zitatende.

 

Irish Terrier vom Haseland - Susann & Helmut Gielians, 49586 Merzen, Osterodener Weg 1, Tel: 05466 926 126
 
Irish Terrier vom Haseland - Susann & Helmut Gielians, 49586 Merzen, Osterodener Weg 1, Tel: 05466 926 126