Kastration beim Hund

Eine Plakative Aussage möchte ich an den Anfang stellen:
Einem Hund aus Gründen einer angeblichen besseren Erziehbarkeit oder ähnlichem Argumenten zu kastrieren, wäre nichts anderes, als einem Hund, der ständig jagen geht, ein Bein abschneiden zu wollen. Aus der Sicht der Gesetze ist beides nicht erlaubt.
Die im § 6 TSchg als Ausnahmemöglichkeit genannte Kontroeel der Fortpflanzung bezieht sich nicht auf den Haushund. Dazu gibt es eine Aussage aus dem Tierschutzbericht der Bundesregierung, wonach man bei in geordneten Verhältnissen lebenden Familienhunde davon ausgehen kann, dass auch mit weniger tiefgreifenden Eingriffen  eine Fortpflanzungskontrolle zuverlässig möglich wäre.
Infolge dessen sind auch Tierschutz/Übernahmeverträge, die die Kastration eines Hundes fordern, als nicht existent zu betrachten. Verträge, die Gesetztesverstöße zum Inhalt haben, sind sittenwidrig und daher ungültig.

Ich möchte hier zum großem Teil aus einer Arbeit von Sophie Strodtbeck und PD Dr. Udo Gansloßer (mit Genehmigung) zitieren.
 
Meine Anmerkungen sind in Kursiv zu erkennen - alle anderen Aussagen stammen aus der o.g. Arbeit.
Wir werden als Züchter, immer und immer wieder mit der Frage nach der Kastration von Hunden konfrontiert.
In diesen Gesprächen erkennen wir neben eines echten Interesse - also Wissendurst, aber auch, wie hartnäclig sich Vorurteile in den Köpfen halten. Und dies leider nicht nur bei den zukünftigen Besitzern eines Irish Terriers,
NEIN
 
Viele Tierärzte, Trainer und Halter glauben hartnäckig daran, dass die Kastration ein chirurgisches Wundermittel bei  den unterschiedlichsten Verhaltensproblemen beim Hund darstellt.

Aber eine Kastration kann niemals eine vernünftige Verhaltenstherapie ersetzen.

Und hier möchte ich weiter ergänzen, auch nicht eine vernüftige Erziehung .  "Wichtig ist eine bedingungslose Liebe, klare Grenzen und Verständnis für ihre Anderesartigkeit". Zitat: Roland Kopp-Wichmann

 

Das Kastrieren von Hunden gehört, so könnte man meinen, mittlerweile fast schon zur Grundausstattung eines deutschen Hundes. Die Gründe dafür sind nicht selten fadenscheinig und äußerst Pro Mensch ausgewählt. Dr. Udo Gansloßer und Sophie Strodtbeck erklären, was eine Kastration ist, was sie für einen Hund bedeuten kann und räumen mit alten Märchen und Mythen zu diesem Thema auf.(Zitat)

In unmengen Internetforen wird fleissig diskutiert, wie heir z.B. http://irish-terrier.eu/de/forum/viewtopic.php?f=3&t=990

Viele Probleme, die mit den Sexualhormonen - in diesem Fall mit dem Testosteron - in Verbindung gebracht werden, stammen aus völlig anderen Funktionskreisen und lassen sich durch eine Kastration in keinster Weise beeinflussen.

Es kommt noch hinzu, dass der § 6 des deutschen Tierschutzgesetzes eindeutig

  • das vollständige oder teilweise Amputieren von Körperteilen
  • oder das vollständige oder teilweise Entnehmen oder Zerstören von Organen oder Geweben eines Wirbeltieres verbietet.

Ausnahmen gibt es,

  • wenn eindeutige medizinische Indikationen vorliegen, über die an dieser Stelle auch nicht
    diskutiert werden soll. Und die verschwindend gering sind.

Eine unerwünschte Fortpflanzung kann auch durch eine Sterilisation, also durch eine Durchtrennung der Samenleiter, zuverlässig erreicht werden, dabei wird nicht in den Hormonhaushalt eingegriffen und es sind keine Nebenwirkungen zu erwarten.

Es werden verschiedene Gründe und Zeitpunkte und Gründe von den Befürwortern für eine Kastration angeführt, hier soll in Kürze aufgezeigt werden, welche Auswirkugnen das im jeweiligem Fall auf den beteffendne Hund hat.

 


Was bedeutet eigentlich Kastration

Kastration bedeutet Entfernung der Geschlechtsorgane, unabhängig davon, welches Geschlecht
gerade unters Messer kommt.

Die immer noch zum Teil geäußerte Ansicht, dass Kastration bei Rüden und Sterilisation bei Hündinnen vorgenommen würde, ist daher falsch.

Sterilisation
bedeutet „Fortpflanzungsunfähigmachung“ durch Durchtrennung der ausleitenden Kanäle, also
des Samenleiters beim Hund bzw. des Eileiters und zum Teil auch der Gebärmutter bei der
Hündin.


 

Frühkastrationen

Kategorisch muss aber in jedem Fall die Praxis der Frühkastration abgelehnt werden.

  • Von einer Frühkastration spricht man, wenn bereits vor Abklingen der Pubertät kastriert wird.

Dieser Trend schwappt leider, vor allem bei der Hündin, aber zunehmend auch beim Rüden, aus den
USA zu uns rüber, wo diese Praxis an der Tagesordnung ist.

Hier entstehen nur negative Folgen für die Hunde:

  • die betroffenen Tiere werden aggressiver gegenüber gleichgeschlechtlichen Artgenossen
  • und insgesamt unsicherer, nicht nur gegenüber anderen Hunden.
  • Sie bleiben in der körperlichen Entwicklung zurück und werden nie richtig erwachsen, da ihre geistige Leistungsfähigkeit nicht voll ausgereift ist. Das liegt daran, dass sich das Gehirn unter dem Einfluss der Sexualhormone in der Pubertät nochmals weiterentwickelt.

 

Als Züchter werden uns ebenfalls immer wieder diese unten genannten Gründe (Bielefelder Studie) genannt.

Weiter werden aber noch,vermehrt folgende Gründe angeführt:

  • das der Nachbar einen agressiven Rüden hat,
  • oder nur Hündinnen in der Gegen rumlaufen,
  • oder man hat gehört, das Rüden kleine Kinder beissen,
  • das in den Zeitugnsbeichten immer wiedrr Rüden die Verursacher von den Beißunfällen sind.
  • Und vor allem - kastrierte Rüden markieren nicht
  • kastrierte Rüden sind einfach besser zu händeln.
  • Rüdenrüppeleien beim Spaziergang

Dann fängt für uns das mühsame Erklären an - immer und immer wieder versuchen wir die Vorurteile auszuräumen, darauf hinzu weisen

  • das es in der Regel eine Folge der inkonsequenten und wechselnen Erziehung ist
  • das mangelnde Bindung die Hauptursachen für Probleme mit einem Hund ist
  • das Liebe, klare Grenzen und Verständnis die Mittel der Wahl bei der Haltung von Andersartigen = Hunden ist.
  • und das gleichermassen für Rüden und Hündinnen gilt

Ich habe mich durch die Bieliefelder Studie durchgearbeitet, habe Vorträge von der leider verstorbenen Hundetrainerin und Autorin Niepel und anderer besucht.

Und habe mich doch bei dem einen anderem recht schwer getan, alles recht einfach und klar an den Welpeninteressenten zu bringen. Vorurteile abzubauen ist sehr sehr schwierg, sie halten sich wie Beton in unseren Köpfen.

Bisher ist es uns gelungen, fast immer von einer unnötigen Kastration abzuraten. Es ist uns auch bis auf einen Fall im A-Wurf gelungen. Da haben wir endlose Gespräche nach der Abgabe geführt, der Hund kam dann auch mal wieder zurück, dann gings wieder in die Familie, dann rieten Nachbarn und der Tierarzt zur Kastration, alles was wir anführten verhallten "sie als Züchter sind doch sowieso dagegen - schließlich wollen sie züchten".

Das Ende vom Lied, der Rüde wurde kastriert und die Familie stellte fest - das man durch "Wegschneiden"  keinerlei Probleme gelöst hat. Der Rüde kam dann in eine andere Familie, wo er bis heute lebt.

Und das unkastriete Rüden nicht übrall und zu jederzeit markieren müssen, sich nicht einfach auf andere Rüden stürzen, das ein gelassener Spaziergang jederzeit im Rudel möglich ist, auch mit läufigen und tragenden Hündinnen, das Rüden sehr zärtlich und fürsorglich mit ihren "Damen und Welpen" sind, aber auch andere Rüden auf unser Grundstück lassen, das kann man bei uns jederzeit sehen.

Vieleicht liegt das einfach daran

  • das wir bestimmen was erlaubt ist
  • das klare Grenzen herrschen
  • das Liebe unsere Beziehung beherrscht,
  • das wir Verständnis für die Art der Hunde haben und sie für unsere!
  • und wir unseren Hunden den Schutz geben den sie benötigen
  • sowie den Freiraum und die Grenzen aufzeigen
  • und natürlich das wir sie aufgezogen und geprägt haben

 

Hier nun vermeintliche Gründe für aufgrund der Bieliefelder Studie überwiegten

 

Gründe für Kastrationen

Wie eine Befragung der Hundehalter im Rahmen der „Bielefelder Kastrationsstudie“ (Niepel, 2007)
ergab,

  • stellt unerwünschtes Verhalten den häufigsten Grund für eine Kastration dar (74%),
  • gefolgt von 30% der Befragten, die Haltergründe, also bspw. das Zusammenleben von Hündin und Rüde in einem Haushalt angaben.
  • Nur bei 21% der Hundehalter spielten medizinische Überlegungen eine
    Rolle.

Da auch Mehrfachnennungen möglich waren ergeben sich insgesamt über 100 %.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Irish Terrier vom Haseland - Susann & Helmut Gielians, 49586 Merzen, Osterodener Weg 1, Tel: 05466 926 126
 
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