Wenn der Hund  Problem mit seinem Gebiss hat, ist der qualifizierte Tierzahnheilkunde Tierarzt der Tierarzt der Wahl.
Der normale Tierartzt ist fachlich nicht so weitgehend und umfassend ausgebildet.

Vorbemerkung:

  • Der Zahnwechsel des Junghundes findet in der Regel zwischen dem 4-5. und 6-7. Lebensmonat statt.
  • Eine gute Unterstützung des zeitgerechten Zahnwechsels stellt geeignetes Kaumaterial dar.
  • Im Zusammenhang mit der Entwicklung der Hundezähne ist ein frühzeitiges Appportieren von harten Gegenständen nicht vor Erreichen des 2. Lebenjahres zu empfehlen.
  • Der Besuch eines Tierarztes bei allen Zahnproblemen sollte eine absolute Selbstverständlichkeit für jeden Hundehalter sein.
  • Der Tierazt sollte aber auch über eine Ausbildung in der Tierzahnheilkunde verfügen, darauf spezialisierte Tierärzte finden sie auch bei den Tierärztekammern. Sonst fragen Sie ihren Tierarzt/Tierklinik danach oder ihren Züchter. Heute ist das Internet bei der Suche ein willkommener Helfer.

Ein Hund zeigt erstaunlich wenig Schmerz bei Verletzungen in der Maulhöhle und/oder bei offenen Wurzeln.

  • Häufig merkt man es nur eine einseitige Gebissnutzung, oder stärkerem Zahnbelag.
  • Oder der Hund will weder trinken noch fressen.
  • Kauknochen werden links liegen gelassen usw.

Erstaunlich viele Welpen erleiden unbemerkt Zahnfrakturen

Deshalb: bitte schauen Sie regelmässig ihrem Hund/Welpen ins Maul

  • Die eigentlichen Backenzähne (Molare) treten erst im bleibenden Gebiss auf.
  • Der Zahnwechsel beginnt im 4-5. Lebensmonat und endet meist im 6. bis 7. Lebensmonat mit dem Wechsel der Eckzähne (Canini) und dem Durchbruch der P1 sowie der Molaren.

Das bleibende Gebiss besteht dann aus:

6 Schneidezähnen,
2 Canini,
8 Prämolaren jeweils im Ober- und Unterkiefer,
4 Molaren im Oberkiefer und 6 Molaren im Unterkiefer,

         insgesamt also aus 42 Zähnen.

  

Canini-Engstand

Zahnstellungsfehler beim Hund betreffen sehr häufig die unteren Canini:

  • Zu schmaler Unterkiefer
  • zu kurzer Unterkiefer (grosser Overjet)
  • persistierende Milchcanini
  • zu wenig Platz zwischen I3 und Canini in beiden Kiefern

sind mögliche Ursachen.

Greift ein unterer C einmal in die Gaumenschleimhaut bildet sich dort eine mehr oder weniger tiefe Delle und der Zahn wird darin blockiert.
Er blockiert Wachstumsschübe des Kiefers, er ist in einem Zwangsbiss fixiert.


Ein frühzeitiges Erkennen und Beurteilen von Abweichungen in der normalen Gebissentwicklung ist sehr wichtig.

Oft kann mit kleinen, wenig aufwändigen Massnahmen eine spätere grössere orthodontische Korrektur vermieden werden.

Schon ein geringgradiger Einbiß verursacht Schmerzhaftigkeit und Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens bis hin zur Futterverweigerung.

Längeres Einbeißen führt dann zur Ausbildung einer oronasalen Fistel des harten Gaumens, einer meist blutig-eitrigen Verbindung zwischen Mund- und Nasenhöhle, bei der Gaumenschleimhaut und Oberkieferknochen aufgrund der stetigen Fehlbelastung punktuell nekrotisch (zerstört) werden.

Eindrücke im Unterkiefer (selten)

 

auf deutsch: Ein Einbeißen in den Gaumen des Oberkiefers, wie auf dem Bild zu sehen, durch den zu steil oder zu engstehenden Eckzahn ist dann der Ausgangspunkt einer beginnenden Entzündung (Bild).

 

 

 

 

 

 

 

Eindrücke im Oberkiefer, die häufigste Art, man sieht schwarze Stellen

In extremsten Fall kann sogar ein Durchtreten des Zahnes in die Nasenhöhle die Folge sein.

Derartige Veränderungen können dann nur noch chirurgisch, häufig unter Verlust eines Zahnes, therapiert werden.

Diese Veränderungen sind immer auch hochgradig schmerzhaft und beeinträchtigen das Allgemein-befinden des Tieres in erheblichem Maße.

 

Auf diesem Wege können dann auch Futterbestandteile in die Nasenhöhle gelangen und von dort weiter in die Lunge aspiriert werden und dort lebensbedrohliche Lungenentzündungen hervorrufen.

 

 

 

 

Wird der Canini-Engstand bereits im Milchgebiß bemerkt, kann dem Hund viel, viel Schmerzen und Probleme erspart werden.

Man kann dann mit wenig aufwändigen Massnahmen, als Halter dafür sorgen, das es erst gar nicht solchen Problemen kommt

  • Massieren des Zahnes in eine bestimmte Richtung (führt aber oft nicht zum erwarteten Erfolg)
  • Extraktion der Milchcanini bevor die bleibenden Canini sichtbar sind
  • Extraktion der Milchcanini sobald die bleibenden Canini daneben hervorbrechen
  • Kombination einzelner Massnahmen.

Durch diese Maßnahmen wird in aller Wahrscheinlichkeit das Problem recht einfach und kostengünstig behoben.

Die Wachstumschübe des Kiefers werden nicht blockiert, da der Welpe nicht in einem Zwangsgebiß fixiert wird.

 

4. Zahnfrakturen (auch hier immer wieder das Gebiß kontrollieren)

Für den Fall das dies mal passieren sollte, bitte keine Zeit verlieren und den tierzahnheilkundlichen Tierarzt aufsuchen.
Ähnlich wie beim Menschen wird dann eine Behandlung durchgeführt. Durch die schnelle Behandlung können dann weitere schlimmere  Folgen verhindert werden, z.B. Kieferbrüche, vereiterte Wurzelspitzen usw.

Bitte gehen Sie zum Tierarzt, nicht zum normalen Zahnarzt. Die Wurzellängen sind bei Hund und Mensch sehr verschieden, die auftretenden Druckkräfte und Scherkräfte sind beim Hund deutlich!!! größer als beim Menschen.
Die Aufbauten, also das plombieren und ähnliches, benötigen einen weitaus höheren Aufwand als beim Menschen.

Alleinige Kunststoffaufbauten halten nicht einmal einer geringen Belastung stand, wie  z.B. Dinge apportieren.

 

 

 

 


 

 

 

 

 


Irish Terrier vom Haseland - Susann & Helmut Gielians, 49586 Merzen, Osterodener Weg 1, Tel: 05466 926 126
 
Irish Terrier vom Haseland - Susann & Helmut Gielians, 49586 Merzen, Osterodener Weg 1, Tel: 05466 926 126