Inzuchtkoeefizienten

Inzuchtkoeffizient
Mass für den Grad der Inzucht eines Tieres oder einer Population. Bezeichnung für die Wahrscheinlichkeit, dass beide Allele eines Genortes herkunftsgleich sind.

Die Formel für die Bestimmung lautet:

IK = sum frac{1}{2^{n_1+n_2+1}}

mit IK = Isonymiekoeffizient
n1= Generationen zwischen Vater und gemeinsamen Ahnen
n2= Generationen zwischen Mutter und gemeinsamen Ahnen

Das wird für jeden „doppelten“ Vorfahren berechnet und dann summiert.

Man kann das Ganze noch mit dem IK des Ahnen multiplizieren, aber dann wird es schnell zeitraubend. Deshalb macht man das nicht, muss sich aber bewusst sein, dass der erhaltene Wert eher zu niedrig ist.

Dabei werden Ahnen nur dann mehrmals eingerechnet, wenn sie über andere Ahnen einfließen. Die Eltern eines „doppelten“ Vorfahren werden also nicht eingerechnet, da diese bereits mit dem Vorfahren eingehen.

Die exakte Formel lautet: F(x) = sum (frac{1}{2})^{n1i+n2i+1} * (1 + FAi)

n1i = Anzahl der Generationen vom Vater zum iten Ahnen
n2i = Anzahl der Generationen von der Mutter zum iten Ahnen
FAi = Inzuchtkoeffizient des iten Ahnen

 

Halten Sie europäische Menschen für Inzucht gefährdet?

Man glaubt es kaum, aber nach neuesten Forschungsergebenissen stammen die Europäer in weiblicher Linie von nur 7 Frauen ab.Man geht davon aus, das alle anderen weiblichen Linien, die es mal gab, ausgestorben sind. das bedeutet in bezug auf Inzucht, das 1/7 der Europäer über die weiblichen Vorfahren, miteinander verwandt sind. Leider wir demnach an Inzuchtdepression?

 

Inzuchtdepression ist das Übel, dass Züchter mehr fürchten, als andere Zuchtfehler.

Grundübel bei Rassehundezucht. Motive und Folgen.

    Mendelsche Regeln (nach G. Mendel 1865)
  • 1. Uniformitätsgesetz Kreuzt man zwei verschiedene reinerbige Individuen miteinander, so sind die Nachkommen in der F1-Generation untereinander alle gleich.
  • 2. Spaltungsgesetz Kreuzt man die Individuen der F1-Generation unter sich, so ist die F2-Generation in dem betreffenden Merkmal nicht gleich, sondern spaltet nach bestimmten Zahlenverhältnissen auf. Bei einer entsprechend grossen Zahl von Versuchen ergibt sich ein Zahlenverhältnis in der F2-Generation im Genotyp von 1:2:1 und im Phänotyp von 3:1 beim dominant-rezessiven, von 1:2:1 im intermediären Erbgang. Ausserdem kann aus den beiden Gesetzen abgeleitet werden, dass beim intermediären Erbgang heterozygot veranlagte Individuen äusserlich erkennbar sind, während das beim dominant-rezessiven Erbgang nicht möglich ist.
  • 3. Neukombination der Gene Kreuzt man Individuen, die sich in zwei oder mehreren Allelen voneinander unterscheiden, so werden die einzelnen Allele unabhängig voneinander entsprechend den beiden ersten Mendelschen Gesetzen vererbt, so dass neue, bei den Eltern nicht vorhandene Gen- und damit Merkmalskombinationen entstehen können.

Gen
An einer bestimmten Stelle (Locus) eines Chromosoms gelegener Teil des genetischen Materials (DNA), der einen Informationskomplex darstellt und sich durch spezifische Funktionen auszeichnet.

Allel
Gleiche (AA) oder unterschiedliche (Aa) Zustandsformen eines Gens, die in homologen Chromosomen den gleichen Platz in der Kopplungsgruppe einnehmen.

Heterozygotie
Besetzung eines Locus oder mehrerer Loci mit unterschiedlichen Allelen. (mischerbig)

Homozygotie
Besetzung eines Locus oder mehrerer Loci mit gleichen Allelen. (reinerbig) Gegensatz: Heterozygotie (mischerbig)

Inzucht
Paarung von Individuen, die miteinander näher verwandt sind als der Durchschnitt der Population, aus der sie hervorgehen. Leistungs- und vitalitätsmindernde Anlagen werden reinerbig (Inzuchtdepression).

Inzuchtkoeffizient
Mass für den Grad der Inzucht eines Tieres oder einer Population. Bezeichnung für die Wahrscheinlichkeit, dass beide Allele eines Genortes herkunftsgleich sind.

  • Vollgeschwisterverpaarung: F=25%
  • Halbgeschwisterverpaarung:F=12,5%
  • Inzestzucht (engste Inzucht)
    Paarung von Tieren im 1. und 2. Verwandtschaftsgrad (Eltern x Kind, Geschwister, Grosseltern x Enkel)
  • enge Inzucht (nahe Inzucht)
    Paarung von Tieren im 3. und 4. Verwandtschaftsgrad (Onkel x Nichte, Vetter x Base)
  • mässige Inzucht (weite Inzucht)
    Paarung von Tieren im 5. und 6. Verwandtschaftsgrad

Der Wiener Tierzuchtexperte Dr. Hellmuth Wachtel in seinem Buch "Hundezucht 2000":
"Genetische Verarmung wird durch Inzucht, also Inzest-, Linienzucht und Rückzüchtung auf Ahnen, ein ungleiches Geschlechterverhältnis in der Zucht (wesentlich weniger Rüden als Hündinnen, manche Rüden und auch Hündinnen unproportional allzu oft eingesetzt), genetische Engzucht und forcierte Elitezucht bewirkt.
Diese Umstände führen zu einer fortgesetzten Erhöhung der Inzuchtbelastung (Homozygotie) der Hunderassen in jeder Generation, damit zu einem hohen Risiko für Erbdefekte und Inzuchtdepression."

Irish Terrier vom Haseland - Susann & Helmut Gielians, 49586 Merzen, Osterodener Weg 1, Tel: 05466 926 126
 
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