Ahnenforschung

Die Suche nach dem Übeltäter oder besser, wie kann herausgefunden werden, welcher Vorfahre in dem Pedigree des erkrankten Tieres ist mit dem Defektgen belastet und an welcher Stelle treffen die beiden notwendigen Defektgene in dem Stammbaum aufeinander 

Auszüge aus dem Schriftverkehr von Prof. Irene Sommerfeld  Es ist richtig, dass das Auftreten eines rezessiv vererbten Defektes bei einem Welpen eines Wurfes, beide Eltern als genetisch belastete Trägertiere ausweist.  Bei den gesunden Vollgeschwistern (das betrifft nicht nur Wurfgeschwister) muss man mit einer Wahrscheinlichkeit von knapp 67%  (2/3) davon ausgehen, dass sie ebenfalls genetisch belastet sind (zweite Mendelsche Vererbungsregel).

Was nun die züchterischen Konsequenzen betrifft, so ist in jedem Fall zu empfehlen, beide Eltern und nach Möglichkeit auch die Vollgeschwister von Merkmalsträgern aus der Zucht zu nehmen (also alle Verwandten ersten Grades).

  

Bei Verwandten zweiten und weiterer Grade reduziert sich das Risiko, dass sie das Defektgen tragen mit jeder Generation um die Hälfte (50%) ausgenommen natürlich diejenigen Vorfahren, die in direkter Linie von dem vermuteten Erstvererber abstammen.

Problematisch wird es hier allenfalls dann, wenn im Pedigree der Eltern nicht nur ein, sondern mehrere gemeinsame Ahnen auftreten, da ist es dann "günstig", wenn man nicht nur einen Merkmalsträger zur Verfügung hat, sondern mehrere, deren Pedigrees man dann auf gemeinsame Ahnen hin untersuchen kann um den tatsächlichen "Übeltäter" ; zu entlarven.


Die Suche nach dem Ahnen, der sozusagen die Quelle des Übels ist, ist nicht ganz einfach.

Grundsätzlich wird im Rahmen einer sogenannten "Pedigree-Analyse" nach einem oder mehreren gemeinsamen Ahnen der beiden Elterntiere gesucht.

 

Und die können auch sehr weit zurückliegen. Das Problem ist ja, dass in der Genetik der Zufall immer eine recht große Rolle spielt und rezessive Gene können sich dank dieses Zufalls oft über viele Generationen in einer Population "verstecken". 


Neu-Mutation

Man muss sich das so vorstellen. Es kommt bei irgendeinem Tier in einer Geschlechtszelle zu einer Mutation, die zu einem rezessiven Defektgen führt. Bei dem Tier, in dem diese Mutation stattgefunden hat, passiert einmal überhaupt nichts, es gibt das mutierte Gen allenfalls an einem Nachkommen weiter.

 

Bei dem passiert höchstwahrscheinlich auch nichts, es sei denn, dieser Nachkomme hat vom anderen Elternteil dasselbe mutierte Gen geerbt.(beide Elterntiere tragen das Defektgen)

 

Wenn eine Mutation in einer Zuchtpopulation neu auftritt, ist das aber nicht der Fall.  

Der Nachkomme, der das mutierte Gen trägt, wird vielleicht in der Zucht eingesetzt, gibt dann an etwa die Hälfte seiner Nachkommen dieses Gen weiter und falls diese Nachkommen nicht vom jeweils anderen Teil das selbe Gen bekommen, passiert wieder nichts....und so weiter.

 Speziell bei Neumutationen dauert es somit oft viele Generationen, bis das Defektgen sich in der Zuchtpopulation so weitausgebreitet hat, dass zwei genetisch belastete Tiere zusammenkommen. (Bei gezielter Inzucht und Linienzucht geht das natürlich schneller. )

 

Man muss also bei der Suche nach der Herkunft eines Defektgens oft auch viele Generationen zurückgehen.
Irish Terrier vom Haseland - Susann & Helmut Gielians, 49586 Merzen, Osterodener Weg 1, Tel: 05466 926 126
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