Durch die Vergleichshunde zeigte sich, dass zwar alle diese Befunde aufweisen,  aber nur einige erkrankten.

Warum ????

 

Fast schon zu einfach zu beantworten – durch die Gabe von den drei häufigsten Tiermedikamenten in den Tierarztpraxen.

  •  NSAIDS – besser bekannt als Schmerzmittel
  •  Kortison
  •  Antibiotika
    • Alle werden über den Darm aufgenommen und ausgeschieden.
    • Alle sind lebensnotwendige Medikamente die aber eher mit der Gießkanne an die jeweiligen Patienten ausgegeben werden, als gezielt und gekonnt.

 

Hierfür gibt es die unterschiedlichsten Gründe

Die Besitzer der Hunde möchten das der Tierarzt sichtbar etwas für den Hund tut, also das man etwas bekommt was dem Hund hilft

  • Der Tierarzt bekommt böse Blicke, wenn er einem Besitzer rät, es doch erst mal mit konventionellen Hausmittelchen zu probieren und für die allgemein Untersuchung ohne Medikament dann auch die Frechheit hat etwas zu berechnen. „Er hat ja schließlich dem Hund nichts gegeben“ und somit hat e ja auch nichts getan. Die Allgemeinuntersuchung zählt dann in den Augen der Besitzer nicht.

  • Die sogenannte Tübinger Mischung wird verwendet – da ist dann gleich alles drin, Kortison, Antibiotika und Schmerzmittel. Eins hilft dann immer und recht schnell. Der Tierarzt war super.
  • Kann kann es sein das der Tierarzt nichts findet und erst mal vorsichtshalber was gibt – meist ohne dem Besitzer zu sagen was „Ich gebe ihm mal eine Spritze – dann wird es schon wieder. Wenn nicht kommen sie wieder.

So oder so ähnlich läuft es dann ab. Nicht nur das man keine weitere Diagnosemöglichkeiten heranzieht, Labor, Bildgebende usw. nein man sorgt nun auch noch dafür das der jeweiliger Hunde Antibiotikaresistenzen bildet. Und der Darm massiv geschädigt wird, durch diese falsche Medikamentegabe.

Jetzt kann man sagen, einmal, wird ja nicht so schlimm sein. Nein wahrscheinlich nicht. Vor allem bei einem vollkommen gesunden Hund nicht,

 

Der Darm wird auf jeden Fall geschädigt.

 

 

Wer von uns macht nach jeder Gabe von Medikamenten denn tatsächlich eine Darmreinigung und einen Darmaufbau.

·         Vor allem was ist das überhaupt und ist das nicht nur so ein Quatsch von irgendwelchen Leuten die alles besser wissen.

·         Und was versteht man darunter überhaupt

·         Und wie wird das gemacht

·         Und wie oft

 

(Ich gehe später noch darauf ein, was, wie, warum und womit) und wo bekomme ich die notwendigen Dinge dafür usw. Das ist ein eigenes Kapitel

 

Um wieder zu unsere Diagnose und der Gründen  dafür zurück zu kommen.

Dazu gibt es eine groß angelegte Studie von Frauke Rödler, Uni Leipzig.Dieses  beschreibt den Zustand unserer Hunde sehr genau und ist auch mit diesem Befund bewiesen.

 

Infobox  AHDS – unsere Diagnose

 

In früheren Beschreibungen dieses Krankheitsbildes benutzte man den Begriff „ Akute Gastroenteritis.

·         Dieser Begriff galt und gilt aber als sehr umstritten, da in histopathologischen Untersuchungen der Darmschleimhaut keine Entzündungsreaktionen nachgewiesen worden konnten. Vielmehr zeigten diese Hunde oberflächliche hämorrhagische Nekrosen der Dünndarmschleimhaut.

·         Weiter konnten keine histologisch nachweisbaren Läsionen in Magenschleimhautproben nachgewiesen werden.

Aus diesem Grund nennt man die Erkrankung nun „Akutes hämorrhagisches Diarrhoesyndrom beim Hund AHDS.

Bei der Diagnose der AHDS handelt es sich um eine Ausschlussdiagnose.

Wichtige Differentialdiagnosen sind gastrointestinale Nebenwirkungen durch die Behandlung mit

·         NSAIDS Nicht-steroidale Entzündungshemmer (NSAID) sind Schmerzmittel mit schmerzstillenden, fiebersenkenden und entzündungshemmenden Eigenschaften. Sie werden zur Behandlung von Schmerzen verschiedener Ursache, bei Fieber, entzündlichen Erkrankungen und zur Blutverdünnung eingesetzt. Die Wirkungen beruhen auf der Hemmung der Cyclooxygenase und der Hemmung der Synthese der Prostaglandine. Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Verdauungsbeschwerden. Alle NSAID können selten und bei einer längerfristigen Einnahme schwere Nebenwirkungen verursachen.

·         Kortikosteroiden, , Cortison, Hypoadrenokortizismus, Morbus Addison. Was bedeutet Morbus Addison?  Die Nebennieren sind zwei kleine Organe, die in der Nähe der Nieren liegen. Sie produzieren zwei Substanzen, die absolut lebensnotwendig sind: Glukokortikoide und Mineralokortikoide. Sie werden ins Blut abgegeben und gelangen so in den gesamten Körper. Deshalb werden sie den Hormonen zugeordnet.  Beide Hormone wirken im ganzen Körper auf die Zellfunktion. Anders gesagt, benötigen Zellen überall im Körper Glukokortikoide und Mineralokortikoide, um eine normale Funktion aufrechtzuerhalten. Sie nehmen Schaden, wenn zu viel oder zu wenig des einen oder anderen Hormons vorhanden ist.

 

·         Antibiotika

 

 

Wenn diese drei Punkte nicht in Frage kommen, also komplett ausgeschlossen werden können. Dann muss leider weiter gesucht werden, wenn man seinem Hund helfen möchte.

Bei allen betroffenen Hunden  wurde immer wieder ohne ersichtlichen Grund eins oder sogar mehrere der obengenannten Medikamente gegeben, meist ohne das dem Besitzer genau erklärt wurden warum und wieso.

Dies hat dazu geführt das zum einem Resistenzen gegen Antibiotika  gebildet wurden. Und was fast noch schlimmer ist die Darm- und Magenschleimhaut immer weiter geschädigt wurde.

Diese geschädigte Schleimhaut ist die Ursache dafür dass immer wieder blutiger Durchfall und blutiges Erbrechen vorkommt.

Meist aus heiterem Himmel für uns!!!

Für unsere Hunde leider nicht. Das Blut ist eine Folge der vielen Läsionen  (blutigen Verletzungen) der Schleimhäute.

 

Unsere Hunde kämpfen bereits einige Zeit vor dem Erbrachen oder dem Durchfall mit diesem Blut im Magen, der von der Darmschleimhaut aufsteigt in den Magen, sich dann mit dem Schleim vermischt und dann zu einem großem Kloss wird und dann mühsam heraus gebrochen wird.

Das wenige Blut das in dieser Zeit durch den Dickdarm heraustritt erkennen wir meist nicht, da der Kot ebenfalls dunkel ist, so wie da bis dahin dunkel gewordene Blut.

 

Erst wenn es immer wieder zu blutigen Verletzungen/Läsionen der Darmschleimhaut kommt. Und er Hund damit nun gar nicht mehr fertig wird, kommt auch Blut für uns erkennbar durch den Dickdarm und wird mit dem Kot ausgeschieden.

 

Bis dahin ist der Hund dann bereits sehr geschwächt.

 

Und wir haben Irish Terrier, die sind unheimlich stark im aushalten von Schmerzen. Wir merken es erst dann, wenn sie nicht mehr können. Deshalb sind sie dann für uns Imre bereits und sofort schwerkrank.

 

Die stark erhöhte Temperatur bis weit in die 40 Grad, die blassen Schleimhäute sind alles Anzeichen des Kampfes der im Körper des Hundes stattfindet. Er versucht alles nicht Lebenswichtige herunter zufahren und gegen die Entzündungen anzukämpfen.

 

Hinzu kommt der Flüssigkeitsverlust, deshalb werden dann ja auch ziemlich schnell Elektrolyte zugeführt. Sie sind dringend notwendig.

 

·         Entweder durch Indusionen beim Tierarzt oder man macht es selbst und gibt es über das Maul ein oder spritzt Flüssigkeitsdepot unter die Haut (das darf man selbst, wenn man weiß wie es geht.!!! Zeigen lassen)

·         Besorgt Euch bitte alle große Spritzen aus der Apotheke um dem Hund Flüssigkeit ins Maul spritzen zu können, auch dies bitte zeigen lassen. Wie und wo und in welchem Tempo

Weitere Dinge müssten abgeklärt werden, wenn man nicht bereits bei den die Punkten, Schmerzmittel, Cortison und Antibiotika die Ursachen eingegrenzt hat.

·         Inflammatory Bowl Disease, IBD versteht man wiederkehrende (rezidivierende) oder kontinuierliche entzündliche Erkrankungen des Darms. Inhaltsverzeichnis Hepatopathien,Lebererkrankungen – Hier kann man Labordiagnostik weiter differenzieren, z.B. ALT im Blut und weitere

·         akutes oder chronisches Nierenversagen, 

·         Pankreatitis,

·         Koagulopathien (z.B. Cumarinintoxikationen)  bedeutet das die Blutgerinnung gestört ist, auch hier kann weiter differenziert werden

·         gastrointestinale Neoplasien, Tumor

·         Invagination, bedeutet Einstülpung eines Teil des Darmes

·         Fremdkörper und infektiöse Ursachen,

·         Parvovirose,

·         Giadia spp.

·         Andere Endoparasiten


.

Alle anderen Dinge müssten dann mit einer Endoskopie des Magen und Darmtrakts geprüft werden.

 

Da wir aber den Nachweis von dem Clostridium perfringens erbracht haben, gehen alle davon aus das dies die Ursache ist.

 

·         Blutbild, Blutchemische Untersuchungen ggf. Gallensäuerestimmulationstests zur Untersuchung der Leberfunktion, Bestimmung der spezifischen caninen Pankreaslipase, Bauchultraschall, Gerinngungsprofli, Kotuntersuchung  sind die geeigneten Untersuchungsmethoden.

 

Dies wurde von den meisten bereits durchgeführt  -  ohne Ergebnis

 

 

·         Kotuntersuchungen
parasitologisch: Flotation und Giradien-ELISA, Parvovirus Antigen ELISA, (oder Parvo PCR)

 

Kotuntersuchung und fäkaler Enterotoxinbestimmung wurden vorgenommen.

 

Wir haben Parvo, Giradien und andere Endoparasiten abgeklärt und ausgeschlossen, es waren in den Laboruntersuchungen keine vorhanden.

 

·         Über Flotation dann die weiteren Untersuchungen.

 

Es wurde nachgewiesen Clostridium perfringens.

Die Interpretation der Ergebnisse bakteriologischer Kotuntersuchungen und fäkaler Enterotoxinbestimmung gestaltet sich oft schwierig, da potentiell  enteropathogene Keime und Enterotoxine regelmäßig auch im Kot von gesunden Hunden nachgewiesen werden. (z.B. auch Clostridium perfringens.

So auch hier, das diese Kerime auch bei den Vergleichshunde vorkommen aber da keinerlei Probleme hervorrufen.

Laut Studien kommt dies in bis zu ca. 14 % der getesteten Hunde vor. Hier ist es schwierig eine genau Aussage zu machen, da ja in der Regel nur die erkrankten Hunde untersucht werden.

Auch unsere Vergleichshunde sagen nichts darüber aus, das das Vorkommen bei Cham und Tyson, sowie vermutet auch bei Eyra und Willmer nicht die Ursache der blutigen Durchfälle und des blutigen Erbrechens ist.

Es gibt eine Weitere Studie, die man sich aus dem Internet laden kann.

Katrin Busch,  Charakterisierung des endoskopischen und histologischen Bildes sowie der mikrobiellen Besiedelung des Darmes von Hunden mit akuter hämorrhagischer Diarrhö.


Behandlung der erkrankten Hunde

·         Der Hauptpfeiler der Behandlung von Patienten mit AHDS ist die Wiederherstellung eines normovolamen Zustandes und der Ausgleich von Dehydratation.

·         Die Patienten sollten nicht nüchtern gehalten werden und sobald das erbrechen  !!!! medikamentell unter Kontrolle ist, zugefüttert werden.

o   Humanmedizinisch und in Tiermodellen konnte gezeigt werden, dass das Fasten zu Atrophie der Darmschleimhaut und erhöhter Apoptoserate der Enterozyten führt.

o   Durch enterale Ernährung wird die bakterielle Translokation aus dem Darm und die Villustraphrophie vermindert.

o   Die Fütterung kann  wenn er Patient nicht frisst z.B. naseooesophageale Sonden erfolgen, die in der Regel gut toleriert werden und die Fütterung der Patienten erleichtert.

Der Einsatz an Antibiotika muss sehr genau geprüft werden, dass sie auf der einen Seite dafür verantwortlich sind.

 

o   das die erkrankten Hunde erkannt sind

 

o   und auf der anderen Seite bei vorliegen einer nachgewiesenen !!! Sepsis benötigt werden.

 

o   Hier ist dringend anzuraten das ein Antibiogramm erstellt wird.

 

 

 

Bei einer Sepsis

steigt die Temperatur massiv an

die Leukozyten <4 oder > 25 G/l,

die Anzahl der stabkerningen neutrophiler Granulozytgen < 1,5 G/I

 

 

Auf gar keinem Fall auf Verdacht Antibiotika ohne Antibiogramm geben, geben lassen vor allem nicht ohne Antibiogram.

Nun kommt es auf die Fütterung an

Auch über das Kapitel Fütterung bei geschädigter Damrschleimhaut gibt es ein einzelnes Kapitel.

Erste Schritte im Akutfall

o   Medikamente gegen das Erbrechen zu Hause haben, auch auf Reisen immer dabei haben

o   Den Hund weiter füttern ( Hinweise folgen)

o   Keine Antibiotika, Cortison, NSAID oder Tübinger Spritze

o   Keine undefinierbaren Spritzen geben lassen, alles genau erklären lassen.

o   Man muss nicht immer sofort zum Tierarzt, da man ja das Krankheitsbild nun kennt, aber alles dafür zu Hause haben

o   Flüssigkeit zugeben, notfalls über die Spritze ins Maul oder unter Haus. Oder wenn nötig Elektrolyte

o   Ruhe, kein Stress, wenn möglich auch keine überhasteten Fahrten zum Tierarzt, der Hund braucht uns und Ruhe

o   Temperaturmessung – regelmäßig. Anfangs alle Stunde, dann auf 2 Stunden erweitern

o   Bei erhöhter Temperatur, Wadenwickel  Kohlwickel. Alles was wir als Kinder bereits von der Oma und Mama bekommen haben. Unterstützen sie den Hund bei der Bewältigung der hohen Temperatur. Fieber bedeutet nicht immer dass man zum Tierarzt muss. Der Körper kämpft mit seinen Mitteln gegen diese Erkrankung, helfen sie ihm dabei.

o   Temperatur bis ca. 40,4-5 sind aushaltbar – runter kühlen und überwachen. Es wird wieder runtergehen. Feuchte Tücher

o   Flüssigkeit zuführen

In der Regel ist nach 1- max. 2 Tage alles wieder ok.

o   Bitte noch schonen

o   Mehrmals am Tag kleine Portionen Futter

o   Immer wieder Flüssigkeit – dadurch muss der Hund öfter raus, kleine Gassi runden

Dann langsam wieder auf Normalfütterung umstellen und auf den Normalalltag.

Darmaufbau – hier keine Sanierung, der Darm muss geschont und unterstützt werden nicht weiter belastet.

 

Wie das kommt ebenfalls noch.

 

 

Irish Terrier vom Haseland - Susann & Helmut Gielians, 49586 Merzen, Osterodener Weg 1, Tel: 05466 926 126
 
Irish Terrier vom Haseland - Susann & Helmut Gielians, 49586 Merzen, Osterodener Weg 1, Tel: 05466 926 126